Instandhaltung im Krankenhaus

Was unterscheidet AEMV- und VDMA-Wartung und -Instandhaltung?

Mehr als Wartung - Was bedeutet Instandhaltung?

Ultraschallgeräte, Rollstühle, Betten, Aufzüge, Klimaanlagen: Das sind nur einige Beispiele aus dem Krankenhausinventar, die im Klinikalltag nicht wegzudenken sind und deren einwandfreies Funktionieren die Voraussetzung für reibungslose Abläufe im Krankenhausbetrieb bildet. Um das Wohlergehen der Patienten zu gewährleisten und eventuellen Systemausfällen vorzubeugen, müssen Haus- und Betriebstechnik und die medizinischen Geräte in einem ordnungsgemäßen Zustand, also Instand gehalten werden.

Die Tätigkeitsfelder der Instandhaltung gehen weit über einfache ‘Hausmeister-Aufgaben’ hinaus. Wartungs- und Instandhaltungskonzepte haben die Aufgabe, eine möglichst hohe technische Verfügbarkeit von Anlagen und Geräten zu gewährleisten. Es geht, neben der Gebäudetechnik und der Krankenhaus-Infrastruktur wie Wasser- und Stromleitungen, Heizungsanlagen und Fahrstühlen/Aufzügen, auch um die Wartung medizinischer Geräte und die Verfügbarkeit des mobilen Inventars. Während Gebäudetechnik und Infrastruktur sowie einfache mechanische Reparaturarbeiten oftmals über das Facility Management (intern oder extern) gelöst werden, wird die Instandhaltung der Medizintechnik den Herstellern oder speziellen externen Systempartnern anvertraut.

Instandhaltung nach DIN 31051

Unter der Instandhaltung wird nach der DIN 31051 die Kombination aller funktionserhaltenden und  die bestimmungsgemäße Funktion wiederherstellenden Maßnahmen für eine Anlage bzw. für ihre Komponenten und Teile verstanden, die während des Lebenszyklusses erforderlich sind. Der Begriff Instandhaltung umfasst, neben der gemeinhin assoziierten Wartung, viele Fachbereiche und Aufgaben. Gegenstände der Instandhaltung nach DIN 31051 sind:

  • Wartung
  • Inspektion
  • Instandsetzung
  • Verbesserung

Zwei Richtlinien für die richtige Wartung & Instandhaltung im Krankenhaus

In alle Bereichen der Instandhaltung ist stets eine Vielzahl an Kräften involviert, was einen hohes Maß an Koordination bedeutet. Zudem setzt die Instandhaltung technischer Geräte eine große Fachkompetenz voraus und kann nur von qualifiziertem Personal durchgeführt werden. Deshalb wurden Richtlinien geschaffen, welche die ordnungsgemäße Durchführung von Instandhaltungsmaßnahmen erleichtern und nachvollziehbar machen sollen.

Zwei Verbände haben Richtlinien für die Umsetzung der DIN 31051 erarbeitet: Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) sowie der Arbeitskreis Maschinen- und Elektrotechnik staatlicher und kommunaler Verwaltungen (AMEV) haben jeweils anerkannte und in Deutschland gängige Richtlinien herausgebracht und aktualisieren diese stets. Die Richtlinien umfassen neben einem ausführlichen Regelwerk auch Musterverträge und Arbeitskarten für die Durchführung von Instandhaltungsmaßnahmen.

Generell gilt die AMEV-Richtlinie für alle öffentlichen Einrichtungen. Private und freigemeinnützige Träger hingegen können sich für eine der beiden entscheiden. Inhaltlich ähnelt der AMEV-Maßnahmenkatalog den VDMA Einheitsblättern 24186 Teil 1-7; die Neufassung der AMEV-Richtlinie wurde gar mit der VDMA abgestimmt. Nachfolgend werden beide Varianten erläutert:

Instandhaltung nach AMEV

Öffentliche Träger müssen sich an die AMEV-Richtlinie halte, sie findet aber auch bei privaten Trägern Anwendung. Bestandteil ist die Übernahme der kompletten Instandhaltung; also Wartung, Inspektion, Instandsetzung von technischen Anlagen und Einrichtungen in öffentlichen Gebäuden. Ausgenommen sind hier Verbesserungen. Eine Besonderheit dieser Richtlinie sind definierte Regelungen, die alle Inspektions- und Wartungsarbeiten mit Fristenintervallen versehen. Die für die Instandhaltung zuständigen Hersteller oder Dienstleister (Auftragnehmer) haben die genannten Leistungen nach besonderer Auftragserteilung in angemessener Frist, in Notfällen unverzüglich zu erbringen. In der Regel ist vorher auf der Grundlage einer gemeinsamen Begehung ein detailliertes Angebot vorzulegen.

Achtung! Folgende Punkte sind nicht inbegriffen:

  • Grundüberholung von Anlagen
  • Anpassungen oder Änderungen aufgrund von Vorgaben neuer oder geänderter gesetzlicher Bestimmungen
  • Lieferung und Einbau zusätzlicher Einrichtungen und Teile
  • Schönheitsreparaturen
  • Beseitigung der durch äußere Gewalt, andere unvorhersehbare Einwirkungen oder unsachgemäße Bedienung verursachten Schäden

 

Instandhaltung nach VDMA

Das Einheitsblatt VDMA 24186 - Wartung von technischen Anlagen und Ausrüstungen in Gebäuden - wird bevorzugt von privaten Unternehmen genutzt, da diese eine variable Maßnahmenplanung zulässt und es weniger auf bestimmte Fristen fixiert ist.

Der Leistungsbestandteil umfasst die Übernahme der kompletten Instandhaltung. Zuzüglich wird der Vertragsgegenstand um Leistungen der Störungsbeseitigung und der Entsorgung erweitert. Für Inspektions- und Wartungsarbeiten gibt es keine festgehaltenen Intervalle, diese werden jedoch einzelvertraglich festgehalten (periodisch oder bei Bedarf).

Die Unterschiede zwischen VDMA-Wartung und AEMV-Wartung

VDMA AMEV
Instandhaltung inkl. Störungsbeseitigung und Entsorgung Instandhaltung ohne Verbesserung
Leistungsintervalle müssen vertraglich geregelt werden festgelegte Leistungsintervalle
stetige Anpassung der Arbeitskarten (z. B. DIN-Normen, Richtlinien…) neue oder geänderte gesetzliche Bestimmungen werden nicht angepasst

Die AMEV-Richtlinie besitzt zwar festgelegte Leistungsintervalle, allerdings ist das VDMA-Einheitsblatt wesentlich detaillierter, beinhaltet ein höheres Leistungsspektrum und bietet mehr Flexibilität.

Die Lenus Expertise schafft Klarheit im Richtliniendschungel

Die Instandhaltung ist ein Teilbereich der Qualitätssicherung. Um einen Behandlungserfolg und das Wohlergehen der Patienten zu gewährleisten, muss die Thematik präzise und gewissenhaft angegangen werden. AMEV und VDMA geben zwar Richtlinien vor, und doch bleiben Unklarheiten und Interpretationsspielräume. Die regelmäßigen Maßnahmen zur Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Verbesserung sind außerdem notwendig, um sich einen Überblick über den Zustand der Geräte zu verschaffen. Außerdem müssen Instandhaltungsmaßnahmen sowie eventuelle Verbesserungen oder gar Investitionen in die Kostenplanung mit einbezogen werden.

Wenn Sie sich unsicher sind, ob die Prüfung und Wartung Ihrer Anlagen gesetzeskonform erfolgt, oder nach welcher Richtlinie Sie bei der Instandhaltung Ihrer Haus- und Betriebstechnik im Krankenhaus agieren sollten, stehen wir gerne beratend zur Seite. Wir bringen unsere Expertise unter anderem auf der Suche nach geeigneten Partnern, bei Rechtsfragen, im Bieter-Verfahren oder dem Werkvertrag ein. Anschließend unterstützen wir bei der Umsetzung der Maßnahmen und der kontinuierlichen Qualitätskontrolle.

Profitieren Sie von unserer Erfahrung in Sachen Wartung und Instandhaltung, VDMA und AMEV!

Wir stehen gerne beratend zur Seite.

Rufen Sie uns unter der +49 69 / 7079816-13 an und vereinbaren Sie direkt einen Beratungstermin.

Tanja Heiß, Leitung Marketing und Vertrieb

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