Hauptstadtkongress 2017

„Qualität und nachhaltige Finanzierung“ stand in diesem Jahr als großes Motto über der dreitägigen Veranstaltung. Vom 20. bis zum 22. Juni 2017 traf sich das „who is who“ aus dem Krankenhaus- und Gesundheitsmarkt in Berlin zum gemeinsamen Austausch. Auch wir waren dabei und haben viele aktuelle Eindrücke mitgenommen.

„cdgw trifft Hauptstadtkongress“

Für Lenus startete der Hauptstadtkongress bereits am 19. Juni 2017 mit einer Auftaktveranstaltung im Haus der Bundespressekonferenz. Der Club der Gesundheitswirtschaft (cdgw) hatte seine Mitglieder und weitere Gäste zur jährlichen Gala geladen. In diesem Jahr wurde außerdem das 10-jährige Jubiläum des Clubs gefeiert. Besonders im Fokus standen somit die Gründungsmitglieder und Ehrengast Melanie Huml (CSU), Bayerische Staatsministerin für Gesundheit und Pflege. Bei hochsommerlichen Temperaturen und kulinarischen Köstlichkeiten konnten es sich die zahlreichen Gäste dann gut gehen lassen.

Auftakt mit Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe

Die Anwesenheit des Bundesgesundheitsministers sorgte am Dienstag bei der Eröffnung für großes Interesse. Nicht nur im Saal selbst, sondern auch an den Bildschirmen im Ausstellungsraum verfolgten die Besucher die Rede, in der Herr Gröhe das Gesundheitswesen aufforderte „als Mannschaft“ Leistungen zu erzielen und so sektorenübergreifend zu kooperieren. Auch die digitale Vernetzung solle dazu beitragen, dass Krankenhäuser auch über ihre Versorgungsstufe hinweg, zusammenarbeiten und so voneinander profitieren. Arzt und Kabarettist Dr. Eckart von Hirschhausen diskutierte außerdem mit Prof. Dr. Axel Ekkernkamp, Prof. Heinz Lohmann (beide wissenschaftliche Leiter) und Hedwig Francois-Kettner die guten und schlechten Entwicklungen in den letzten 20 Jahren des Gesundheitswesens. Ein guter Start also in die vielen Themenvorträge der kommenden Tage.

Make or Buy? Lösungen bei der Vergabe der Leistung Patientenverpflegung

Auch Lenus war in der Reihe der Referenten und Redner vertreten. Geschäftsführer Martin Schröter war in die Runde „Viele Wege führen nach Rom: Differenzierte Lösungen beim Patientenservice“ geladen worden. Hans-Joachim Fitz-Mahlow von der Salus gGmbH moderierte die kontroverse Diskussion an der auch Joachim Prößl vom Universitätsklinikum Bonn („Patient First? Konsequente Patientenorientierung als Wettbewerbsfaktor Nummer 1“), Alexander Pröbstl und Dr. Caroline Bovelet vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf („Servicelevel PLUS im Altbau: Fast alles geht!“) sowie Michael Zschintzsch von der VANGUARD AG („Risiken, Qualität und Wirtschaftlichkeit der Zentralsterilisation: Prozesssteuerung mit ERP-Systemen“) teilnahmen. Unterschiedliche Perspektive gab es vor allem in der Frage, ob es sinnvoll ist, krankenhausfremde Leistungen, wie etwa die Speisenversorgung an externe Dienstleistungspartner zu vergeben. Auf Seiten der Universitätskliniken bestand der Wunsch, die Küche weiterhin mit eigenem Fachpersonal zu bewirtschaften und frisch zu kochen. Dies bringe steuerliche Vorteile mit sich und man müsse sich keine Gedanken machen, wo man das bestehende Personal einsetzen könne. Dem gegenüber stellte Herr Schröter allerdings folgende Argumente:

  • Überhöhte Personalkosten bei der Eigenleistung (Historie: langfristige Arbeitsverträge)
  • Planbarkeit der Speisenversorgung ist langfristig
  • Keine hohen Entsorgungskosten (Haltbarkeit der Lebensmittel)
  • Hohe Flexibilität in der Menüerfassung
  • Optik der Komponenten kann immer gewährleistet werden (sonst teilweise zerkocht)
  • Gesetzeskonformität kann eingehalten werden (sonst Temperaturprobleme)
  • Menüauswahl ist kaum beschränkt
  • Verantwortung für HACCP-Richtlinie wird ausgelagert

Eine klare Empfehlung war also zu erkennen:

  1. Eine Umstellung des Zubereitungsverfahrens auf cook & chill, cook & freeze oder sous-vide ist aufgrund des hohen Kosten- und Wettbewerbsdrucks notwendig.
  2. Das erfordert zwar eine externe Vergabe, bringt aber eine höhere Qualität und eine Verlagerung der Betreiberpflichten mit sich.
  3. Dadurch notwendig werden ein Umbau im Bestand oder Neubau (Produktions- und/oder Verteilküche) durch den Auftragnehmer.

Viele Krankenhausentscheider im Auditorium beteiligten sich an der Diskussion und bestätigten, dass sie die Probleme in einer Eigen-Bewirtschaftung bisher nicht gelöst bekommen hätten. Auch die länderspezifische Gesetzgebung sei oftmals ein entscheidender Faktor, der für eine externe Vergabe spräche. Eine Diskussion also, die durchaus große Relevanz und Aktualität hat.

Abendveranstaltungen mit Dienstleistungspartnern und Krankenhäusern

Neben dem dreitägigen Kongressprogramm war Lenus bei einigen Abendveranstaltungen geladen. Auch dort wurden die Impulse des Tages rege diskutiert und viele neue Kontakte geknüpft. Berlin zeigte sich hierbei in den unterschiedlichen Locations von seiner schönsten Seite. Egal ob bunter Partyabend im ewerk oder exklusives Gala-Dinner im Hugos South – es waren viele schöne und kurzweilige Momente.

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